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rbz Steinburg - Regionales Berufsbildungszentrum des Kreises Steinburg AöR

 

BFTA17 beim Wacken Open Air 2018

Im Rahmen des Projekts Power-House 2018 entwickelten die Schülerinnen und Schüler der BFTA17 visionäre Konzepte für ein energieautarkes Wacken Open Air. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Abschlusspräsentation am 07.06.2018 im IZET vorgestellt und durch eine Jury prämiert. Unterstützt wurden die Schülerinnen und Schüler von Mitarbeitern aus Branchen-Unternehmen der Region, die als Mentoren tätig waren. Das Projekt wurde durch die „W:O:A-Macher“ von der ICS Festival Service GmbH unterstützt. Hierbei fungierte ICS unter anderem als Ansprechpartner und Lieferant von technischen Details, Daten und Anforderungen rund um das W:O:A.
Zum Abschluss war eine Delegation aus Schülerinnen, Schülern und Mentoren beim W:O:A 2018 und prüfte die Umsetzbarkeit der visionären Konzepte.

 

 

Starke Ideen für W:O:A-Energie

Power-House-Projekt: Technik-Schüler des Berufsbildungszentrums entwickeln Vorschläge für autarke Festival-Versorgung

 

ITZEHOE

 

Die Herausforderung war groß. 19 junge Frauen und Männer des Regionalen Berufsbildungszentrums (RBZ) hatten in sechs Gruppen das Ziel, ein energieautarkes Wacken Open Air zu schaffen. Im Rahmen des Power-House-Projekts, das zum sechsten Mal gemeinsam

von RBZ, Innovationszentrum (Izet) und Unternehmen der Region veranstaltet wurde, sollten zukunftsweisende energietechnische Lösungen erarbeitet werden. Dabei überzeugte das Team Scheel die Juroren mit Solarparkplätzen und insbesondere einem speziellen Schuh, der über ein eingebautes Modul beim Laufen Strom erzeugt. Ein innovativer Vorschlag unter dem Motto: Strom auf leisen Sohlen.

In Zusammenarbeit mit Mentoren der beteiligten Firmen AC Planergruppe, Scheel Haustechnik, Stadtwerke Steinburg, Prokon, Vaillant und Hans Otte setzten sie sich knapp vier Monate intensiv damit auseinander, wie das weltgrößte Festival in Wacken durch regenerative Energien versorgt werden könnte. Ihre Ergebnisse stellten sie nun vor – die drei Besten wurden ausgezeichnet. Dabei fiel den Juroren die Entscheidung nicht leicht, denn: „Die technische Ausarbeitung ist sehr gut gelungen“, lobte Lehrer Jens Stüdemann die Schüler. Er begleitet mit seiner Kollegin Ulrike Reeschke das Projekt von RBZ-Seite. Die Schüler hätten durch die Visionswerkstatt Power-House viele Kompetenzen erworben. „Das wäre ohne die Mentoren nicht machbar gewesen“, fügte Stüdemann hinzu. Deren Bereitschaft, mit den Schülern an Visionen, mit Solar-, Windenergie, Biomasse und/oder Erdwärme das Objekt energetisch zu versorgen, zu tüfteln, könne gar nicht hoch genug bewertet werden.

Auch Izet-Geschäftsführer Ralf Thiericke war von dem Engagement der Schüler begeistert: „Das ist eine wahnsinnige Leistung, die ihr heute hier abgeliefert habt.“ Er bedauerte ebenso wie Jens Stüdemann, dass vom W:O:A Veranstalter ICS niemand zur Präsentation gekommen war – schon bei der Auftaktveranstaltung hatte kein WOA-Vertreter kommen können. Aber während der Projektphase habe man viel Unterstützung erfahren, fügte Jens Stüdemann hinzu. Bei der Preisverleihung hätten sie beachtliche Ergebnisse erleben können. Thiericke lobte die ernsthafte und intensive Arbeit für das Projekt. „Jeder hatte irgendwie etwas Besonderes“, unterstrich er. Die Präsentationen hätten „schon eine ganz schön hohe Qualität“ gezeigt. Jede Idee für sich habe ihn als einer der Juroren mitgenommen. „Eigentlich gab es keine Ausreißer nach unten. Keine Gruppe war schlecht“, meinte er hinsichtlich des Niveaus.

Mit den Solarparkplätzen und dem Solepower, der Energiegewinnung per Schuh, stand schließlich die Gruppe Scheel Haustechnik mit Rayk Michallek, Lauritz Offe, Timon Delfs und Hanna Brückner auf Platz eins. „Das war eine ganz tolle Truppe“, betonte ihr Mentor Joachim Scheel. Er war begeistert von deren Ideen. Einen Schuh als Energiegewinner zu nutzen, war ganz früh dabei, aber zwischendurch sogar wieder verworfen worden. Das Engagement sei beeindruckend gewesen, so in der Form habe er das noch nicht erlebt. Das Projekt habe ihnen Spaß gemacht, auch wenn es erstmal viel Arbeit bedeutet habe. „Aber wir haben uns gut ergänzt“, erzählte Lauritz Offe über die reibungslose Zusammenarbeit in seiner Gruppe. Insgesamt habe es weniger Stress gegeben als zunächst gedacht. Einmal die Woche hatten sie sich getroffen, um an ihren Ideen zu arbeiten, zweimal hatten sie ihren Mentor dafür hinzugezogen. Den zweiten Platz belegte die Gruppe Prokon. „Mit Muskelkraft zur Energie“ war das Motto ihres Projekts: Dag Michaelis, Fin Röhr, Melina Musfeld und die Mentoren Tobias Wolf und Karen Leiste. Mit Druckplatten und Enerkite sicherten sich Ashraf Al-Mashhadani, Melvin Ott und Bennet Ottenstein als Gruppe Vaillant Deutschland (Mentor: Martin Hoven) Platz drei.

 

Ilke Rosenburg (Norddeutsche Rundschau vom 21.06.2018)

 

 

 

 

 

 

Volle Energie: Visionen fürs W:O:A

Bild: RUFF (Norddeutsche Rundschau vom 22.03.2018)

Autarke Versorgung beim Festival: Angehende Technische Assistenten entwickeln im Projekt Power-House Ideen

ITZEHOE/WACKEN

 

Die Visionswerkstatt Power-House geht in die sechste Runde. Und die daran beteiligten Schüler staunten nicht schlecht, als sie erfuhren, mit wie viel "Power" sie es tun bekommen würden. Zumindest in Ansätzen, denn sie werden in den nächsten Monaten vollauf damit befasst sein, Ideen zu entwickeln, um ein möglichst energieautarkes Wacken Open Air auf den Weg zu bringen.

Bei der Visionswerkstatt Power-House handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Regionalem Berufsbildungszentrum Steinburg (RBZ), Innovationszentrum Itzehoe (Izet) und Unternehmen der Region. Anfänglich arbeiteten die Schüler, allesamt Technische Assistenten für Energietechnik mit dem Profil regenerative Energie und Energiemanagement, mit imaginären Projekten. Sie entwickelten Visionen für energieeffiziente Modelle, die quasi nur auf dem Papier existierten. Im vergangenen Jahr wurde erstmals eine Gruppe unter realen Bedingungen aktiv- es galt, Kreisgebäude in der Viktoriastraße energieeffizient zu sanieren.

Und auch in diesem Jahr bietet das Projekt eine reale Herausforderung. Eingeteilt in sieben Gruppen befassen sich die Jugendlichen nun intensiv mit der Frage, wie das Wacken Open Air mit Energie versorgt werden könnte. Dabei werden die insgesamt 22 Schülerinnen und Schüler von Mentoren der Firmen, die das Projekt unterstützen, begleitet: AC Planergruppe, Hans Otte, Prokon, Scheel Haustechnik, Stadtwerke Steinburg und Vaillant.

Gerade diese Verknüpfung von Firmen mit Schule mache das Besondere dieser Visionswerkstatt aus, betonte Ralf Thiericke, Izet-Geschäftsführer, beim Projektstart. "Ein solcher Schulterschluss zwischen Schule und Wirtschaft ist extrem selten", unterstrich er. Und er hob dabei das Engagement der Berufsfachschüler in diesem außerschulischen Lernprojekt hervor. "Sie müssen sich das Wissen selbst erarbeiten", so Thiericke. "Alles, was man sich selbst erarbeitet hat, sitzt gut." Auch wenn man Fehler mache, "das vergisst man nicht und macht das im Leben nicht wieder". Er sei bereits gespannt auf die Abschlussveranstaltung. Am 7. Juni werden die Ergebnisse der Gruppen im Innovationszentrum vorgestellt. Bis dahin liegt noch viel Arbeit vor den künftigen Technischen Assistenten. Durch das "Power-House" erleben sie in ihrer schulischen Ausbildung am RBZ, wie Lerninhalte praktisch umgesetzt werden können - in den Bereichen Photovoltaik, Solarthermie und Windenergie

ebenso wie Biogas und Kraft-/Wärmekopplung. Dabei gehe es darum, Visionen zu entwickeln, wie die Energieversorgung in 20 Jahren aussehen könnte, und dabei auch Weitblick zu beweisen, sagte Projektlehrer Jens Stüdemann, der gemeinsam mit seiner Kollegin Ulrike Reeschke die Schüler begleitet. Er bedankte sich für die Bereitschaft der Firmen, die das Projekt mit fachmännischem Know-How unterstützten und überhaupt erst möglich machten. Und er freute sich über den diesjährigen Kooperationspartner ICS, Veranstalter des WOA, der die Teams mit allen nötigen Informationen versorgen werde.

Dabei gehe es nicht um ein komplett energieautarkes Festival, das mit 75 000 Besuchern fast schon einer Großstadt gleich komme. „Wir werden uns angucken, wo vielleicht kleinere Energiebedarfe bestehen." Dort und an bereits vorhandenen Versorgungseinrichtungen werde angesetzt, um ein Konzept zu erstellen. "Da sind euren Ideen keine Grenzen gesetzt", so Stüdemann.

 

 

Ilke Rosenburg (Norddeutsche Rundschau vom 22.03.2018)

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